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Holzhausen, Leipzig

Rathausmeldung Holzhausen: Rad- und Gehweg an Alter Tauchaer Straße wird gebaut

An der Alten Tauchaer Straße zwischen Liebertwolkwitz und Holzhausen wird von der Feldstraße bis zur Jahnstraße ein Rad- und Gehweg gebaut. Dies geht aus der gestrigen Sitzung (1. November, Anm. d. Red.) der Verwaltungsspitze hervor.

Die Baumaßnahme ist Bestandteil des städtischen Straßen- und Brückenbauprogramms 2006-2012 und soll mit Unterstützung des Landes Sachsen für rund 751.000 Euro (Anteil Stadt Leipzig 413.000 Euro) ab Juli 2012 umgesetzt werden.

Von der Feldstraße bis zur Clemens-Thieme-Straße wird die Fahrbahn auf sechs Meter verbreitert. Ein genereller Ausbau der Fahrbahnfläche erfolgt nicht. Der Rad- und Gehweg wird in diesem ersten Bauabschnitt auf einer Breite von 2,50 Meter und einem 50 Zentimeter breiten Sicherheitsstreifen an den östlichen  Fahrbahnrand der Alten Tauchaer Straße angebaut. Den ankommenden Rad- und Gehweg fortführend erfolgt dies in Pflasterbauweise.

Zwischen Clemens-Thieme-Straße und Jahnstraße wird der Rad- und Gehweg auf der westlichen Seite als separat trassierter Rad- und Gehweg geführt. Er weist eine Länge von 573 Meter auf und wird im zweiten Bauabschnitt auf einer Breite von 2,50 Meter asphaltiert.

Weiterhin werden im vorgesehenen Baumstreifen 53 Bäume der Baumart Purpurerle („Alnus spaethii“) gepflanzt. Die Errichtung einer neuen Beleuchtungsanlage ist ebenfalls vorgesehen.

Nachtrag Straßennamen (11.11.2011): Während weitgehend klar sein dürfte, warum die Feldstraße gerade diesen Namen trägt und die Alte Tauchaer Straße nicht Neue Moskauer heißt, scheint in Holzhausen weitgehend unbekannt, dass die Clemens-Thieme-Straße nach einem der Bauherren des Völkerschlachtdenkmals benannt worden ist.

Ihm und seinen Errungenschaften hat die Wikipedia eine eigene Seite gewidmet. Über den Leipziger Baufachmann und seine Errungenschaften heißt es in der Netz-Enzyklopädie: „Clemens Thieme war der Sohn eines kleinen Beamten. Nach einem Architekturstudium an der Königlich Sächsischen Baugewerkeschule Leipzig und am Polytechnikum Dresden wirkte er ab 1887 als selbstständiger Architekt in Leipzig.“

Einige von ihm errichtete Wohnhäuser seien noch heute erhalten. Dazu zählten unter anderem der Komplex Beethovenstraße 31 und das Gebäude Nordplatz 1. Dem Netzlexikon zufolge sei Thieme auch Projektleiter des Königreichs Sachsen beim Bau des Leipziger Hauptbahnhofs gewesen. Dabei soll er sich für die Variante des zentralen Kopfbahnhofs eingesetzt haben.

Zu Thiemes Engagement für das Kriegsmahnmal, das heute mit 91 Metern das höchste Denkmal Deutschlands ist, heißt es in der Wikipedia: „Sein wohl wichtigster Verdienst war seine Initiative für den Bau des Völkerschlachtdenkmals.“

Derweil war Clemens Thieme nicht nur Baufachmann, sondern auch Familienmensch. Als solcher hat er der Stadt nicht nur Kinder, sondern auch Enkel geschenkt. Einer der Urenkel war der Druckexperte Klaus Thieme. Er hat sich besonders als Bewahrer des Leipziger Lichtdruckkunstmuseums einen Namen gemacht. Klaus Thieme war aber auch im Kulturleben der Messestadt aktiv. Bis zu seinem frühen Tod hat er ab dem Jahr 2000 als Vereinsvorstand maßgeblich zur Rettung und Wiederbelebung des UT Connewitz beigetragen.

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